Good Girl Syndrom
- monikawiesner
- 31. März
- 3 Min. Lesezeit

Vielleicht hast du diesen Begriff schon einmal gehört: Good-Girl-Syndrom.
Er beschreibt kein offizielles Krankheitsbild, sondern ein tief verankertes Verhaltensmuster, das viele Frauen kennen. Oft, ohne es so zu benennen. Es geht darum, „gut“ zu sein. Angepasst, lieb, hilfsbereit, verständnisvoll, pflegeleicht. Ein Good Girl eckt nicht an, denkt mit, stellt die eigenen Bedürfnisse hinten an und sorgt dafür, dass es für alle anderen passt.
Und genau dafür wurden viele von uns als kleine Mädchen gelobt.
Fürs brav sein, fürs lieb sein, fürs unkompliziert sein. Dafür, dass man „es mit uns so einfach hat“.
Was sich im ersten Moment schön anfühlt, wird mit der Zeit zu etwas, das sich tief in uns verankert. Wir lernen, dass wir so richtig sind. Dass wir so gemocht werden. Dass wir so dazugehören.
Und irgendwann ist es nicht mehr einfach nur ein Verhalten. Sondern ein inneres Programm.
Freundlich zu sein ist nichts Schlechtes. Feinfühlig zu sein auch nicht. Und auch nicht, mitdenken zu können. Schwierig wird es dort, wo wir uns selbst dabei verlieren.
Wenn du spürst, dass du eigentlich nein sagen möchtest und trotzdem ja sagst. Wenn dich etwas stört, du es aber runterschluckst. Wenn du dich anpasst, obwohl es sich nicht richtig anfühlt. Wenn du ganz genau wahrnimmst, was andere brauchen, aber kaum noch, was du selbst brauchst.
Dann wird dieses „brav sein“ schwer.
Ich kenne das aus meinem Leben. Dieses Funktionieren, dieses Mitdenken, dieses bloss nicht auffallen wollen.
Und dann kam der Moment in dem ich gemerkt habe, dass ich dieses Muster weitergebe.
Dass ich mich gefreut habe, wenn meine Tochter als „lieb“ oder „brav“ beschrieben wurde. Dass da ein Teil in mir war, der dachte: Wie schön, wie angenehm, wie einfach.
Lange war mir das nicht bewusst. Erst als ich mich intensiv mit mir, meinen Bedürfnissen und meiner Weiblichkeit beschäftigt habe wurde es klar.
Ich habe bemerkt, wie tief dieses Good Girl in mir sitzt. So tief, dass es ganz automatisch weiterfliesst. Nicht, weil ich das bewusst so möchte, sondern weil ich es selbst so gelernt habe.
Das war kein schöner Moment als ich mir das eingestanden habe. Aber ein wichtiger.
Er hat mir gezeigt, dass es hier nicht nur um mich geht. Sondern um etwas, das oft über Generationen weitergegeben wurde.
Und genau deshalb ist es so wertvoll, hinzuschauen. Nicht, um uns zu verurteilen. Sondern um bewusster zu werden. Damit wir entscheiden können, was wir weitertragen möchten und was vielleicht hier bei uns enden darf.
Hier ist es mir ganz wichtig zu sagen: Ich werde in diesem Leben keine Rampensau mehr. Und das ist völlig in Ordnung. Ich mag es, dass ich höflich und freundlich bin. Ich mag es, dass ich ein gutes Gespür für die Bedürfnisse anderer habe. Ich mag es, dass ich mich auch ohne Rampenlicht sehr wohl fühle.
Und trotzdem höre ich auch immer wider diese leise Stimme in mir: Sei nicht zu laut, fall nicht auf, stelle keine Sonderwünsche. Und manchmal sind mir Situationen unangenehm, ohne dass ich es bewusst steuere.
In den meisten Fällen merke ich es. Ich kann es einordnen und verstehe woher es kommt. Und ich habe eine Wahl.
Es gibt viele Situationen, in denen ich mich genau so verhalte, weil ich es möchte. Weil es zu mir passt. Weil es sich stimmig anfühlt. Und dann ist es kein Muster mehr, sondern eine bewusste Entscheidung.
Und dann gibt es diese anderen Momente. In denen ich mir Raum nehme. In denen ich mich zeige. In denen ich meine Stimme erhebe. Nicht, weil ich jemand anderes sein will, sondern weil auch das zu mir gehört. Und dann passiert etwas Schönes. Ich nehme das kleine Good Girl in mir wahr. Nicht als Gegnerin, sondern als Teil von mir. Dann zwinkere ich ihr innerlich zu und wir schmunzeln beide.
Die Veränderung kommt oft leise. Nicht als grosses, lautes Umkrempeln, sondern in kleinen Momenten. Du sagst ehrlich, dass dir etwas zu viel ist. Du triffst Entscheidungen, ohne dich zu rechtfertigen. Du nimmst dich selbst wieder klarer wahr. Deine Bedürfnisse bekommen wieder einen Platz. Und es fühlt sich gut an.
In meiner Begleitung schauen wir gemeinsam hin. Auf das, was dich geprägt hat, auf das, was heute noch wirkt und auf das, was sich vielleicht schon länger nicht mehr ganz stimmig anfühlt.
Ich höre zu, frage nach und gebe dir meine Sicht von aussen mit. Ehrlich, wertschätzend und manchmal auch mit einem Augenzwinkern.
So entsteht Schritt für Schritt mehr Klarheit. Für dich, für das, was du fühlst und für deinen ganz eigenen Weg.
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass dich etwas berührt hat, dann ist das vielleicht ein guter Moment, hinzuschauen. Du musst das nicht alleine tun. Ich begleite dich gerne dabei, deine Muster zu verstehen, dich selbst wieder klarer zu sehen und deinen eigenen Umgang damit zu finden.
Wenn du magst, melde dich für ein unverbindliches Gespräch bei mir.
Termin vereinbaren: https://calendly.com/monikawiesner-fvrv/30min




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